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Samstag, 27. Mai 2006
Über das soziale Ficken
Ich lese eure Hirne.

Der Täter habe keinen Migrationshintergrund heißt es, was uns beruhigt, unsere Feinde aber zu der Bemerkung hinreißt: wir warten auf das nächste Mal.
Der Messerstecher sei aus Neukölln, ist die Erklärung darunter. Wir sind ratlos, unsere Feinde nicht, sie brennen in ihre Hirne ein: Aha, fast so etwas wie ein Türke.

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Donnerstag, 24. November 2005
Topu
Frau Reikke über den modernen Roman:
"Deutsch ist ein okkultes Experiment. In dieser Sprache erzählt, wird uns die schreckliche Schönheit der Existenz nie erscheinen. Worte, die wundersame Welten erschaffen, müssen zuerst in Russisch gedruckt werden."

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Dop Raptonierm
Frau R. über das Schreiben:
"Chiaoscuro, Sfumato hier, Holzschnitt dort. Manchmal hohe Kunst, oft nur Handwerk"

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Dienstag, 15. Februar 2005
Über das Volk der Straßen...
"Nein, neiiin", sagt Frau Reikke, "ich habe nichts davon gehört, dass es das Volk gewesen sei, das die Naziregierung wegdemonstrierte. Es bedurfte schon der Opferbereitschaft der Aliierten und der Sowjetunion... jaaaa..."

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Frau Reikke zur Geschichtsklitterung
Man versucht Frau Reikke in die Betroffenheitskultur zu involvieren. Doch sie lässt sich nicht lumpen.
"Das ist nun mal so, wenn sich die Täter die Opferrolle ergaunern wollen - und Täter würden immer am liebsten die Opfer sein. Also, in Dresden lebten Nazis und die hat man bombardiert. Nicht mehr, nicht weniger."

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Freitag, 24. September 2004
Sinnlose Pläne
Der Arzt bedeutet Frau R., sie habe nur noch ein paar Monate zu leben.
Ihr fallen plötzlich all die großen Dinge ein, nach denen sie strebte.
Sie seufzt: "Mein eigener Tod war in meiner Lebensplanung nicht vorgesehen."

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Donnerstag, 26. August 2004
Frau Reikke
Zu den rätselhaftesten und zugleich anregendsten Figuren der Weltliteratur gehört sicherlich Bertolt Brechts Herr Keuner. Um mich vor dem großen Dichter zu verbeugen und um aus der geistigen Sackgasse, in der ich mich wähne, hinauszufinden, führe ich Frau Reikke ein. Sie wird gelegentlich das tägliche Geschehen kommentieren.
Klar, die Dialektik eines BB nachzuahmen wäre einfach zu vermessen, weshalb man Frau R. einiges verzeihen sollte.
Brecht soll den Namen Keuner laut "Harrenberg- Lexikon der Weltliteratur" (Harrenberg, Dortmund 1989) aus dem deutschen Begriff "keiner" und dem griechischen Wort "koinos"(=gemeinsam, die Mehrheit betreffend) zusammengesetzt haben (Sie sehen, ich habe meine Hausaufgaben gemacht).
Der Name meines Protagonisten geht auf den Namen einer sehr intelligenten Frau zurück, die ich vor etwa sechs Jahren kennengelernt habe. Eine Begegnung während einer kurzen Zugfahrt. Wir wechselten nicht mehr als ein paar Dutzend Sätze.
Ihre damals an mich verschwendeten Worte, frei von Platitüden, voller Witz, dennoch von unglaublicher Tiefe, lassen mich immer noch darüber grübeln, ob ich sie vielleicht nicht geträumt habe.

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Unser edles Volk
"Unsere Wettkämpfer können keine Siege mehr erringen. Sie dopen nicht."
Frau R.:
"Haben unsere Sportler denn keine einzige Medaille gewonnen. Nur wer nichts gewinnt, betrügt in der Regel nicht."

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Anzeigenschwund im Sommerloch
"Was sucht das Scheusal auf dem Titelblatt."
Frau R.:
"Es sind harte Zeiten. Dem Magazin geht es finanziell sehr schlecht. Scheißhitler zieht immer. Er oder Sex."

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Blender
Frau R. wird danach gefragt, was sie denn von dem Fernsehphilosophen halte.
"Er ist kein Philosoph, er badet gerne im Festen. Er hat keine Ideen, er produziert schöne Worthülsen."

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