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Dienstag, 4. August 2015
So, genug unseren Journalisten am Sack gekrault.
Es fällt unseren Erzählern des Sports (sofern man diese Toll- gemachts- was- war- das- für- ein- Gefühl- Fragesteller ernsthaft für Journalisten halten will) viel leichter das Dopingverhalten der anderen Völker breitzutreten, als die Leistungen unserer glorreichen und absolut, absolut, absolut fairen, hart trainierenden, unschuldslammhaften Sportler ein klitzekleinesbisschen in Zweifel zu ziehen.
Ganz ehrlich: Sportjournalismus un Deutschland ist eine Beleidigung.
Wenn Jan Ullrich und Lance Armstrong im deutschen Fernsehen gemeinsam die Schwimm-WM anschauten, geschweige denn in der Süddeutschen Zeitung Catougno lesen (nehmen wir an Armstrong verstünde Deutsch), dann freut sich der Deutsche ob unserer Sauberkeit bestimmt einen Ast ab. Irgendwie nehmen wir unseren "Jungs" und "Mädchen" die Gesunde Ernährung als Geheimnis ihrer Fabelzeiten, -weiten, -höhen schneller ab als jenen, die nicht unserer deutschen Nation angehören.
Mehr möchte ich nicht sagen. Denn ich kotze!

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Wenn ich sage, dass ich Til Schweigers darstellerischen Fähigkeiten für limitiert halte, werde ich mir nicht sehr viele Feinde machen. Der Schauspieler setzt sich gerade sehr vehement für Flüchtlinge ein. Sprachlich gewaltig und offenbar voller Tatendrang. Nun ist es so eine Sache mit Prominenten und deren Charityaffinität. Auch in diesem Fall stellen die Medien die Frage, ob der Schauspieler aus Eigennutz handelt. Um sich selbst zu promoten, sozusagen.
Nur ist es so, dass zurzeit Flüchtlinge in Deutschland und Europa von einigen mit offenem Hass und den meisten mit großer Abneigung begegnet werden. Sie sind, um in Sprache der Prominenz zu bleiben, nicht sehr populär. Das- Boot- ist- voll- Gefühl herscht überall. Die Medien setzen aber voraus, obwohl sie es besser wissen, aus Gutmütigkeit oder Heuchelei, wir Deutschen seien barmherzig, menschenliebend oder gar altruistisch. Als ob es die Seehofers nicht gäbe. Als ob Bayern und Sachsen, als unsere besonders hässliche Fratze, nicht zu Deutschland gehöre. Asylanten, Flüchtlinge sind keine marketingkonforme "Rettet die Katzen" oder Wale.
Vor diesem Hintergrund ist das, was Herr Schweiger macht eher mutige Verachtung der schweigenden widerlichen Mehrheit, die Fremde, zumal finanziell problematisch (hey, es wird heuer kein Mercedes, sondern nur ein VW!) ablehnt und keine Filmvermarktung. Seine Popularität wird sein Engagement nicht allzusehr fördern, ganz im Gegenteil, er macht sich zur Zielscheibe der Neonazis, und das ist heldenhaft.
Ich bin stolz auf ihn. Er ist bewundernswert.

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Letzte Aktualisierung: 2026.05.06, 21:37
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